Initiativen zur Beschäftigungssicherung frühzeitig und wirksam gestalten
Personalabbau, Umstrukturierungen oder Standortentscheidungen kommen selten völlig überraschend. Oft gibt es schon früh Hinweise darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage deines Unternehmens verändert. Für dich als Betriebsrat ist deshalb entscheidend: Erkennst du die Signale rechtzeitig – und nutzt du deine Handlungsmöglichkeiten, bevor Entscheidungen bereits gefallen sind?
In diesem Workshop schaust du darauf, welche wirtschaftlichen Entwicklungen und betrieblichen Kennzahlen dir Hinweise auf mögliche Veränderungen geben können. Du erfährst, welche Informationen dir als Betriebsrat zur Verfügung stehen, was du auch ohne Wirtschaftsausschuss erkennen kannst und wie du wirtschaftliche Entwicklung, Personalplanung und Beschäftigungssicherung miteinander verknüpfst.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf § 92a BetrVG. Dieses Instrument wird in der Praxis noch viel zu selten genutzt – dabei gibt es dir die Möglichkeit, selbst Vorschläge zur Sicherung und Förderung von Beschäftigung einzubringen.
Du beschäftigst dich mit der Frage, welche konkreten Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung möglich sind: etwa Qualifizierung, veränderte Arbeitszeitmodelle, Versetzungen, neue Tätigkeitsfelder oder Anpassungen der Arbeitsorganisation. Dabei geht es nicht nur darum, gute Ideen zu entwickeln. Entscheidend ist, wie du sie vorbereitest, begründest und gegenüber dem Arbeitgeber wirksam in die Diskussion bringst.
Du lernst, wirtschaftliche Warnsignale mit deinen betriebsverfassungsrechtlichen Handlungsmöglichkeiten zu verbinden und aus ersten Hinweisen konkrete Initiativen zu entwickeln. So kannst du Beschäftigungssicherung frühzeitig auf die Agenda setzen, statt erst zu reagieren, wenn Personalabbau bereits beschlossen ist.
Und wenn Beschäftigungssicherung allein nicht mehr ausreicht? Dann werfen wir auch einen Blick auf Interessenausgleich und Sozialplan – allerdings bewusst als nachgelagerte Instrumente und mit der Frage, welche Beschäftigungs- und Zukunftsperspektiven sich auch dort noch gestalten lassen.
In diesem eintägigen Praxisworkshop geht es deshalb nicht nur um Verhandlungstechniken, sondern vor allem um typische Situationen aus deinem betrieblichen Alltag: Wie bereitest du eine Verhandlung strategisch vor? Wie formulierst du klare Ziele und rote Linien? Und wie reagierst du auf Druck, Verzögerungstaktiken oder scheinbar unumstößliche Argumente?
Dabei nehmen wir auch typische Standardaussagen genauer unter die Lupe: „Das geht aus Datenschutzgründen nicht“, „Das ist technisch nicht möglich“, „Das entscheiden nicht wir“, „Dafür gibt es kein Budget“ oder „Das ist nicht mitbestimmungspflichtig“.
Gemeinsam schauen wir darauf, was hinter solchen Aussagen steckt, welche Fragen dich weiterbringen und wie du souverän und argumentationsstark darauf reagieren kannst.
Anhand konkreter Fälle und praxisnaher Übungen trainierst du, Verhandlungsspielräume zu erkennen, deine Argumente gezielt einzusetzen, schwierige Situationen zu steuern und Vereinbarungen verbindlich zu gestalten. So gewinnst du mehr Sicherheit für Verhandlungen und kannst deine Interessen auch in anspruchsvollen Situationen klar und wirkungsvoll vertreten.
Im Workshop geht es unter anderem um:
- wirtschaftliche Frühwarnsignale erkennen und richtig einordnen
- Unternehmensentwicklung und Personalplanung besser verstehen
- Informationsmöglichkeiten auch ohne Wirtschaftsausschuss nutzen
- § 92a BetrVG als strategisches Instrument einsetzen
- eigene Initiativen zur Beschäftigungssicherung entwickeln
- Qualifizierung, Arbeitszeit, Versetzung und Arbeitsorganisation als Handlungsfelder nutzen
- Vorschläge überzeugend vorbereiten und verhandeln
- frühzeitig auf Restrukturierung und Personalabbau reagieren
- Interessenausgleich und Sozialplan als nachgelagerte Gestaltungsmöglichkeiten einordnen
Der Workshop zeigt dir, wie du wirtschaftliches Verständnis, Mitbestimmung und eigene Initiative miteinander verbindest – und wie du Beschäftigungssicherung aktiv mitgestalten kannst.
Der Workshop findet am 2. November 2027 von 8:30 bis 15:30 Uhr in den Räumen der TTBS gGmbH im Linderbacher Weg 30 in Erfurt statt.
Die Teilnahmegebühr beträgt 350 € pro Person.
Darin sind 80 € für die Verpflegung während des Workshoptages enthalten.
Ihr könnt euch ab sofort bis zum 8. Oktober 2027 anmelden.
Nach eurer Anmeldung erhaltet ihr per E-Mail eine Teilnahmebestätigung, eine Kostenübernahmeerklärung für euren Arbeitgeber bzw. eure Dienststelle sowie eine Anfahrtsskizze.
Bitte beachtet, dass vor Ort nur begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen. Daher empfehlen wir euch, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Die Buslinien 51 und 52 halten direkt vor dem Gebäude.
Ihr seid unsicher, wie ihr teilnehmen könnt?
Dann schaut euch jetzt unseren Leitfaden zur Beschlussfassung für Schulungs- und Bildungsveranstaltungen an.
Darin erfahrt ihr, worauf ihr achten müsst, wenn ihr als Betriebsrat oder Personalrat die Teilnahme an einer Schulung beschließen möchtet – nach:
§ 37 Abs. 6 BetrVG bzw. § 46 Abs. 1 ThürPersVG
Der Leitfaden hilft euch dabei, die Teilnahme rechtssicher vorzubereiten und die notwendigen Schritte im Gremium sauber zu beschließen.